Bekenntnis – einmal anders

Der Blick auf die Confessiones des heiligen Augustinus zeigt, dass unser christliches Bekenntnis seit der frühen Zeit der Kirchenväter viel mehr ist als reines Schuldbekenntnis. Für Augustinus heißt Bekenntnis:

  • Lobpreis für Gottes Fügung und Dank für seine Gaben,
  •  Klage über erfahrenes Leid und dunkle Zeiten des Lebens,
  •  dem allen eingefügt das Bekenntnis zur eigenen Schuld,
  •  schließlich Neuausrichtung auf Gott als einzigem Lebensziel
    und ein erneuertes Ja zur eigenen Berufung.

 

Wenn wir Christen eingeladen sind, insbesondere in der Fastenzeit, aber letztlich täglich, umzukehren und uns neu zu Gott zu bekennen, dann kommen alle diese Aspekte zum Tragen. Das persönliche Bekenntnis im Bußsakrament erscheint vielen Menschen unerträglich schwer, aber vielleicht ist es ja im Sinne der Confessiones des heiligen Augustinus etwas durchaus Einfaches. Vier Fragen können uns dabei leiten:

 

Wofür

ich heute danken möchte?

 

Woran

ich zurzeit leide?

 

Wofür

ich um Verzeihung bitten möchte?

 

Wozu

Gott mich jetzt ruft?

 

 

Das große österliche Geschenk Jesu an seine Kirche ist seine Friedenszusage: „Friede sei mit Euch! Wem Ihr die Schuld vergebt, dem ist sie vergeben …“ Diese Worte des Friedens weiterzusagen als Antwort auf unser Bekenntnis, gehört zum Größten des priesterlichen Dienstes. Papst Franziskus hat die harte Formulierung gewagt, der Beichtstuhl sei kein Folterinstrument, sondern ein Ort der Barmherzigkeit Gottes. Das abgründige Herz Gottes lädt uns ein, immer tiefer einzutreten in die Gnade der Taufe, unsere Zugehörigkeit zu Jesus Christus und unsere Sendung als Christen in die Welt: „Hier bin ich! Sende mich neu!“

 

Daniela Mohr-Braun

Projektstelle „Bußpastoral im Bistum Mainz“