Date:04. Dezember 2013

Gregor Nagel

Es ist eine Freude, im Auftrag des Herrn für die Menschen unterwegs zu sein.

 

Warum ich Priester geworden bin?

Das ist nicht so einfach zu sagen. Es kamen verschiedene Dinge zusammen. Im Nachhinein würde ich sagen: Ich war auf der Suche und habe mich verschiedenen Erfahrungen ausgesetzt.

Die letzten 3 Jahre meiner Gymnasialzeit arbeitete ich als Aushilfspfleger in einem Altenheim. Dort wurde ich vor allem mit dem Sterben und dem Tod konfrontiert. Nach dem Abitur machte ich einen 18-monatigen Friedensdienst mit „Aktion Sühnezeichen“ in einer Schule für straffällig gewordene Jugendliche in Paisley, Schottland. Dort wurde ich mit Gewalt, Kriminalität und Verwahrlosung konfrontiert.

Gottesdienst und Kirche waren für mich als junger Erwachsener weniger wichtig. Ich konnte nicht wirklich etwas damit anfangen. Einmal bin ich zufällig in den Gottesdienst einer Pfingstgemeinde geraten. Das hat mich innerlich berührt. Die Frage nach Gott war ja schon vorher in mir aufgebrochen. Gibt es einen Gott? Und wenn es Gott gibt, warum ist die Welt so wie sie ist? Ich begann zu beten: Gott, wenn es dich gibt, zeige mir dass Du da bist.

Ich wollte Landwirtschaft studieren und ging für ein 6-monatiges Praktikum in ein Kloster nach Oberbayern. Eigentlich wollte ich auswandern. Träume eines Heranwachsenden.
 
Dann hat ER mich berührt. Ich habe Studienplatz und Zimmer aufgegeben. Dann bin ich ins Priesterseminar gegangen. Das war vor 35 Jahren. Trotz mancher Schwierigkeiten kann ich sagen: Es ist eine Freude im Auftrag des Herrn für die Menschen unterwegs zu sein.

 

Pfarrer Gregor Nagel, Mainz, geweiht 1985