Date:24. Oktober 2013

Thomas Winter

Mit Christus verliere ich nichts

Wie kam ich auf die Idee?

Ein katholisches Elternhaus und schon als Kind in der Pfarrgemeinde engagiert: Das war der Nährboden für meinen Berufungsweg. Die Pfarrei war für mich so etwas wie meine zweite Familie geworden. Ministrant, Zeltlager und Sternsingeraktion – dafür engagierte ich mich. Auch als Jugendlicher war ich nicht zu bremsen: Jugendfreizeiten, Kirchbauverein und Pfarrgemeinderat. Unsere damalige Gemeindereferentin gab mir den ersten Anstoß, über den Beruf des Priesters nachzudenken. Sie konnte Menschen für den Glauben begeistern. Sie war sehr nah an den Menschen dran: an den Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und auch den Senioren. So kam bei mir die Idee auf, über einen kirchlichen Beruf nachzudenken. Aber ich war mir zunächst sehr unsicher. Deshalb habe ich erst einmal in einer Einrichtung der Diakonie den Beruf des Altenpflegers erlernt. Danach arbeitete ich mit Schwerstbehinderten bei der Caritas. Über Infotage im Priesterseminar habe ich mich dann aber wieder mit dem Gedanken auseinandergesetzt, Priester zu werden. Dafür wollte ich das Abitur machen. Danach habe ich den Schritt ins Priesterseminar gewagt. Im Laufe der Jahre wurde die Unsicherheit geringer und die Entscheidung immer mehr gefestigt. Im selben Jahr, als in Köln der Weltjugendtag gefeiert wurde, empfing ich die Diakonenweihe. Ich konnte gut sagen: Ich bin bereit! Eine Jahr später stand die Priesterweihe an.

Warum ich Priester geworden bin?

Ich glaube, weil ich erfahren habe, mich in meinem bisherigen Leben von Gott getragen zu wissen – auch in besonders schwierigen Zeiten. Ich wollte davon „„Zeugnis“ geben, von meinen Erfahrungen und meiner Hoffnung, vor allem auch durch die Arbeit in der Diakonie und der Caritas. Ich wollte dem Glauben in meinem Leben Priorität geben. Deshalb wollte ich auch die Priesterweihe empfangen.

Warum macht es mir Freude Priester zu sein?

Auch wenn es in der heutigen Zeit nicht ganz einfach ist: Ich bin gerne Priester. Vielleicht ist in unserer Gesellschaft der Eindruck entstanden, die Kirche sei nur mehr eine Veranstaltung für Kirchenleute, ein Interessenverein, der emsig seinen Besitz verwaltet und dessen größte Sorge es ist, sich selbst zu erhalten. Dennoch gibt es – da bin ich mir sehr sicher – bei vielen Menschen einen großen Hunger nach geistlicher Nahrung. Es braucht viel Kraft, auf Menschen zuzugehen, die nicht von sich aus den Schritt zur Kirche wagen. Unser Bischof Karl Kardinal Lehmann hat zu Recht in den vergangenen Jahren einen pastoralen Schwerpunkt auf den „missionarischen Auftrag der Kirche gelegt. Ich will nicht verschweigen, was mich im Leben trägt und was mich hoffen lässt. Ich will Zeugnis geben von der Liebe Gottes, und das nicht nur vor denen, die eh schon in der Kirche sitzen, sondern vor allen Menschen. Das ist eine Herausforderung, die ich gerne angehe, denn ich weiß, dass mich mein Glaube und mein Bekenntnis immer getragen hat und mich trägt – oder wie Johannes XXIII. sagt: „“Der Herr ist nicht mit den Furchtsamen, sondern mit denen, die sich anstrengen, geduldig und großmütig zu sein“. Papst Benedikt XVI. hatte den Nagel – meiner Meinung nach – auf den Kopf getrofffen, als er sagte: „“Wer Christus in sein Leben eintreten lässt, verliert nichts, gar nichts, absolut nichts von dem, was das Leben frei, schön und groß macht“. Das ermutigt und bestätigt mich auch in Zukunft, meinen Weg mit Christus zu gehen. Als Priester möchte ich auf den lebendigen Gott verweisen. Ich will Menschen zur Begegnung mit Gott hinführen. Das ist der Dreh- und Angelpunkt für meinen weiteren Dienst: zur größeren Ehre Gottes – ad maiorem Dei gloriam.

 

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